Themenwoche Tag 7: Westlicher Fleisch- und Wurstkonsum

Was in der allgemeinen Diskussion über den regionalen, biologischen und möglichst fairen Einkauf häufig außer Acht gelassen wird, ist die Sache der fleischlichen “Lust”. Dieses Mal im wahrsten Sinne des Wortes. Die Menge an Würstchen, Schnitzeln und sonstigen tierischen Produkten, die alleine in Westeuropa täglich konsumiert wird, ist immens. Leider wissen nur Wenige um die verheerenden Folgen ihres Fleischverbrauchs. Nicht nur für sich selbst, sondern auch weltweit. Ich habe ein wenig im Netz recherchiert, um für euch einige Fakten zusammenzustellen.

1. Fleischkonsum als Klimakiller: Laut einer relativ aktuellen Studie der Welternährungsorganisation FAO von 2006 ist die Tiernutzung noch vor Industrie und Autoverkehr hauptverantwortlich für den Klimawandel. Die bei der Viehzucht entstehenden Gase Stickstoffoxid (296 mal so schädlich wie CO2!), Methan und Ammoniak beschleunigen den Treibhauseffekt und bedrohen damit die Erde akut.

2. Fleischkonsum verursacht Hunger. Wenn auch nicht bei uns in Europa, sondern in vielen anderen Teilen der Erde, wo oft chronisch mangel-, fehl und unterernährte Menschen leben (laut FAO gibt es von letzteren 828 Millionen!). Zurückzuführen ist dies zu weiten Teilen auf die intensive Viehwirtschaft, die in der sogenannten Dritten Welt vorwiegend für europäische und nordamerikanische Konsumenten betrieben wird. Ein Zitat von Dr. Le Cerf vom Institut Pasteur in Lille verdeutlicht den Zusammenhang von Viehwirtschaft und Hunger anschaulich: “Eine Weide, 0,1 ha für die Viehzucht bestimmt, liefert einem Menschen 19 Tage Ernährung, wo ein Acker derselben Größe, für den Anbau von Getreidesorten bestimmt, diese Person 217 Tage lang ernähren kann. Ein anderer vielsagender Vergleich: Das Fleisch eines einzigen Rindes reicht für 1500 Mahlzeiten. Gar nicht so schlecht, aber mit dem Getreide, das als Viehfutter benutzt wird, hätten wir 18.000 Mahlzeiten zubereiten können.” Ein Drittel bis die Hälfte der weltweiten Getreideernte - die paradoxerweise aus der “Dritten Welt” kommt – wird als Viehfutter verschwendet.

3. Fleischkonsum verträgt sich kaum mit Umweltschutz.
Allgemein gesprochen ist die Nutztierhaltung außerordentlich wasserintensiv. Zahlen sprechen von einem Pro-Kopf-Verbrauch eines durchschnittlichen Fleischessers von ca. 15.000 Litern Trinkwasser, während für Vegetarier nur rund ein Drittel benötigt wird. Außerdem führt die Viehhaltung zu einer Wasserbelastung und teilweise sogar -verschmutzung sowie, damit einhergehend, zur Vergiftung der Böden. Durch den intensiven Anbau von Futter und die damit verbundene Abholzung der Wälder (bestes Beispiel hierfür ist die Rodung weiter Teile des brasilianischen Regenwaldes für den Anbau von Soja als Futtermittel) wird die Belastung des Bodens ad absurdum geführt, indem immer größere Mengen an künstlichem Dünger, Pestiziden, Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden eingesetzt werden müssen, um die Ertragsmengen konstant halten zu können.

4. Fleischkonsum fördert Erkrankungen.
Nicht neu, aber immer wieder für ein paar Schlagzeilen gut. Der seit den 1950er Jahren sprunghaft angestiegene Konsum tierischer Produkte wird für die Entstehung vieler Zivilisationskrankheiten, wie Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Diabetes und beinahe ein Viertel aller Krebsarten wie Magen- , Darm-, Brust- und Prostatakrebs, in hohem Maße mitverantwortlich gemacht. Und dies gilt dieses Mal für die Menschen weltweit. Lebensmittelvergiftungen, an denen nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) jährlich ca. 150 Millionen Menschen allein in Europa erkranken, sind zum großen Teil auf den Verzehr tierischer Produkte zurückzuführen. In diesem Zusammenhang lassen sich z. B. Salmonellen nennen, aber auch Epidemien und Seuchen wie BSE (“Rinderwahnsinn”), Schweinepest und Geflügelgrippe, welche alle auch dem gesunden Menschen gefährlich werden können.

5. Fleischkonsum beutet Mensch und Tier aus.
Das zumeist sehr günstige Fleisch, das uns in vielen heimischen Supermärkten feilgeboten wird, stammt oft nicht aus der Region, sondern aus Ländern, die aufgrund nichtexistenter Tierschutz- und Umweltschutzauflagen in Verbindung mit geringen Lohnkosten billigst produzieren können. ArbeiterInnen in den Mastbetrieben sind einer sehr hohen Keim-, Schadgas- und Staubbelastung ausgesetzt und leiden oft an berufsbedingten Lungenerkrankungen. Die ethisch-moralischen Fragen, die mit der Massentierhaltung Hand in Hand gehen, habe ich bewusst außen vor gelassen. Es würde den Rahmen dieses Artikels vollends sprengen. Auch hier darf jede und jeder für sich selbst beantworten, inwieweit er oder sie das Leid mittragen möchte und kann.

 

Carolin

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Hallo Stefan und Andy,

in meiner ursrünglichen Fassung gab es mal Punkte am Ende eines jeden Absatz-Anfangssatzes, bzw. waren diese Sätze als Überschriften erkennbar. Es wäre nett, wenn ihr diese der Lesbarkeit halber wieder einfügen könntet. Danke und Grüße

Carolin

So?

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