Die Wahrheits- und Versöhnugskommission Perus

Am Freitag ging es erstmal mit Packen fürs Seminar los. Als wir dann soweit fertig waren, bin ich mit Walter zum Casa de La Victoria gefahren. Dort hatten sich schon ein paar Seminarteilnehmer versammelt. Aber bevor wir zu dem Seminarhaus nach San Martin fuhren gingen wir erst noch auf eine Veranstaltung, zu der uns Pader Santiago eingeladen hat. In dieser Veranstaltung ging es darum, dass die Wahrheits- und Versöhnungskommission vor 7 Jahren ihren Schlussbericht verfasst hat und bis heute hat die Regierung noch keine der Empfehlung in die Tat um gesetzt.

 

Viele von euch werden wahrscheinlich nicht wissen, was die Wahrheits- und Versöhnungskommission ist bzw. was deren Aufgabe war. Ich versuche es kurz zu erklären. Dafür muss ich in der Geschichte Perus ein bisschen zurückgehen. Denn zwischen 1980 und 2000 gab es in Peru den sogenannten inneren Terrorismus. Eine Organisation, die sich der „leuchtende Pfad“ (Sendero Luminoso) nannte, hat seit den 80er immer wieder terroristische Anschläge verübt, die zunächst aber nur im andenen Hinterland stattfanden, erst später erreichten diese auch Lima. Die Hauptopfer waren jedoch die einfachen Bauern, die vom Sendero Luminoso auch unter Gewalt gezwungen wurden ihnen beizutreten. Dem gegenüber stand die Polizei, die ebenfalls die Bauern, die sie im Verdacht hatten, dem Pfad anzugehören niederschlugen. Ein Ende nahm dies erst als die Regierung von Fujimori in den 90ern den Pfad gewaltsam niederstreckte. Danach wurde die Wahrheits- und Versöhnungskommission ins Leben gerufen, die das Ganze aufarbeitete. Die Kommission kam 2003 in ihrem Abschlussbericht zu dem Schluss, dass ca. 70000 Menschen durch den inneren Terrorismus ihr Leben ließen. Die Hauptschuld lag zwar bei dem leuchtenden Pfad, aber auch die Regierung von García und Fujimori haben mit einige Menschenrechtsverletzung sich mitschuldig gemacht. Fujimori wurde deswegen im April 2009 zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Kommission hat in ihrem Abschlussbericht außerdem Empfehlungen geben, was jetzt weiter geschehen soll. Aber bis heute wurde nichts unternommen. Da zurzeit Alan García wieder Präsident ist von Peru, wird wahrscheinlich auch nicht so schnell was passieren, da García höchstwahrscheinlich selbst dadurch verurteilt werden würde.

Ja am Freitag gab es eben hierzu und zum Gedenken der Opfer eine Veranstaltung. Zunächst wurde gemeinsam durch den Park gelaufen. Mit Plakaten und Banner, hier war auch die JOC vertreten. Und danach gab es noch ein paar Reden, dabei auch Pader Santiago, der uns eingeladen hatte. Schließlich gab es noch einen Tanz um den Platz.

In der Mitte des Platzes gab es außerdem eine Art Labyrinth, das auf dem Boden zu sehen war. Das Labyrinth wurde aus lauter handgroßen Steinen gebildet, auf jedem einzelnen war ein Name eines durch den internen Terror  Vermissten oder  Getöteten geschrieben. Als alles fertig war, machten wir uns wieder auf zum Casa Victoria um zu unserem Seminar zu fahren…

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Hallo Sabrina,

vielen Dank für deinen Bericht. Wer ist denn auf dem letzten Bild die Person mit weißem Bart neben Walter?

Viele Grüße Volker

Hi Volker,

das ist Pader Santiago, der uns zur Veranstaltung eingeladen hat.

LG Sabrina

hast du den text selbst verfasst? ich finde, du hast es echt gut auf den punkt gebracht. super! Pater Santiago ist ein sehr toller Mensch! Richte ihm bitte ganz viele liebe grüße aus, wenn du ihn wieder siehst. letztes mal konnte ich ihn leider nicht besuchen gehn :(

Danke für das Kompliment, ja das war ich selber. Und die Grüße richt ich aus, hab auch schon gemerkt, dass Pader Santiago super ist, da könnten sich bei uns in Deutschland ein paar ne Scheibe von abschneiden;-)

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