Sabrina auf Reisen Teil 3

Entschuldigt, dass ich für diesen Bericht so lange gebraucht habe, aber ich konnte mich nicht entscheiden, was ich zuerst mache, den Blog oder meinen Vierteljahresbericht, nun hatte ich beides angefangen und wurde bei beidem nicht rechtzeitig fertig. Ein bisschen Arbeit und mein innerer Schweinehund kamen auch noch dazwischen. Aber nun hab ich es geschafft und der Vierteljahresbericht folgt auch bald.

So, das ist nun das letzte Mal vor Weihnachten, das ich wahrscheinlich auf Reisen war. Aber bevor ich von der Selva (Regenwald) berichte, erstmal das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen. Nach einem wochenlangen Stimmenauszählen ist nun offiziell Susana Villaran die neue Bürgermeisterin Limas. Sie ist linksorientiert. Und ich so wie die meisten Menschen in meinem Umfeld freuen sich, dass sie es geworden ist, da sie sich sehr sozial engagiert und einen soliden, nicht korrupten Eindruck macht. Jetzt gilt es nur noch zu hoffen, dass Keiko im April nicht Präsidentin wird, ihrer politischen Haltung (eher rechts) lässt mich hoffen, aber dennoch bange ich, da z. B. eine Bekannte von mir meinte „ich wähle Keiko, da sie eine Frau ist“. Was für eine Begründung! Einfach mal die Emanzipation über die Menschenrechte stellen! Kann ich bloß hoffen, dass sich diese Meinung bis in knapp 5 Monaten noch ändert…

 

Nun zur Selva. Dort war ich für einanderthalb Wochen. Zunächst musste ich mit dem Flugzeug nach Iquitos, anders kommt man nicht.Nayely, die schon zwei Wochen länger dort ist, holte mich zusammen mit Aquiles, Ricardo und chocochoc ab. Die 3 kenne ich noch vom Intercambio 2007 und hab mich daher riesig gefreut sie wieder zu sehen. In Iquitos blieb ich aber nur kurz über Nacht, denn am nächsten Morgen ging es mit der Lancha Richtung Requena . Die Lancha ist eine Art Schiff, mit der im Urwald auf den größeren Flüssen Ware und Menschen transportiert werden. Die Fahrt bis Requena dauert ca. 16 Stunden (man könnte auch mit dem Schnellboot fahren, dass nur 3 Stunden braucht, aber das ist teuer und gefährlich, denn gerade ein Tag zuvor ist ein solches untergegangen und nur 5 von 40 Menschen haben überlebt). Zum Schlafen legt man sich auf der Lancha in Hängematten, was ich toll finde, da ich daheim auch gerne mal in meiner Hängematte schlafe, nur Nayely mag es nicht. Aber der Blick aus der Hängematte auf die Uferlandschaft des Amazonas ist einfach herrlich. Es gibt auch „Zimmer“ mit Betten, aber diese sind äußerst klein und stickig, außerdem wie schon gesagt ich mag Hängematten.

Auf der Lancha befinden sich aber nicht immer gleich viele Passagiere von Iquitos bis Requena. So gibt es Zwischenhäfen an denen angelegt wird zum Ein- und Aussteigen und Auf- und Abladen der Güter oder die Menschen und Dinge werden mit kleineren Booten an die Lancha herangefahren. In Jenaro Herrara, ein kleiner Ort der nur von 18 Uhr bis 22 Uhr Licht hat, sind auch ein paar JOCistas hinzugestiegen, die zusammen mit uns nach Requena fuhren um sich mit den dortigen JOCistas auszutauschen. Darwin, den ich von der Bildungswoche kannte, hat mich auch freudig begrüßt und gefragt wie mir die Reise bis jetzt gefällt.

 

In Requena angekommen, wurden wir von den Jugendlichen empfange und auf die Hotels verteilt. Während die  Jenaroianer in einem 7-Bett-Zimmer ohne funktionierende Dusche untergebracht waren, in dem kein Platz mehr für uns war. Schliefen wir, Nayely und ich, in einem Zwei-Bett-Zimmer mit funktionierendem Wasserzu- und -abfluss und Fernseher. Ich weiß nicht, ob ich mich irgendwann daran gewöhne ständig bevorzugt zu werden. Nachmittags trafen wir uns mit allen, sodass jeder jeden mal gesehen hat. Und am nächsten Tag erklärte Nayely den Jenaroianern die Struktur der JOC, hier war auch Martí von Requena anwesend. Mittags hieß es Namensschilder und Banner basteln, denn anders als in Lima kann man hier nicht einfach in einen Laden gehen, der den Banner aus Leinwand  druckt, sondern man schneidet die Buchstaben und Bilder aus und klebt sie auf einen Stoffstreifen.

Dies war die Vorbereitung für abends, da es eine Präsentation von Juan Jose (der Colaborador von Requena) über das Thema „Gruppenleiter“ gab. Natürlich durften Nayely und ich auch ein paar Worte sagen. So wie Alexander und Teresa, die die Bildungswoche besucht haben.

 

Am nächsten Tag gab es einen „Paseo“, Paseo heißt eigentlich Spaziergang, hier wird es aber auch für Aktivitäten benutzt, in denen man rausgeht und mal etwas anderes macht als nur zu dazusitzen und zu reden. So kann dies ein  Spaziergang sein, die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten oder eine Spieleolympiade. In Requena war es letzteres und fand im Wald auf einer Chacra statt, die mit einem Sportplatz, Schaukeln, Wippen, Holzpavillons, Toiletten und Haupthaus ausgerüstet ist. So wurde zunächst Spiele für die gesamte Gruppe gemacht um das Eis zu brechen, danach wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antraten: Flaschen zertreten, Stuhlwettlauf, eine Abwandlung von Topfschlagen und ein Ratespiel.

Danach gab es noch ein bisschen Freizeit um Fußball zu spielen, als ich als Mädchen mitspielen wollte, wurde ich aber nur komisch angeschaut.Oder Volleyball, dafür hab ich allerdings zwei linke Hände, da verstauch ich mir immer irgendetwas an meiner Hand. So blieben mir nur die Schaukeln, war aber auch ganz lustig. Es gab noch Mittagessen und schließlich machten wir uns wieder auf den Heimweg. Abends gab es eine Messe zum 75. Geburtstag der JOC, wobei der Pfarrer etwas seltsam war, total schlecht gelaunt und ich kenne eigentlich nur gutgelaunte Pfarrer hier in Peru. Vielleicht sind aber Pater Santiago und Pater Miguel in Lima auch einfach nur super Vorzeigepfarrer, wer weiß…Nachts machten wir und zum Tanzen auf, diesmal nicht in eine Disko, sonder zu einem Orchester, nicht im deutschen Sinnen, dass ist einfach ein Gruppe von Musikern: Gesang, Gitarre, Schlagzeug, Posaune, Trompete, Saxophon Keyboard usw., die die Lieder live spielen und singen. So wurde ich auch von diesem Orchester übers Mikro mit Namen und Nationalität gegrüßt, denn so viele gringos kommen jetzt auch nicht in den Urwald. Und es war noch eine richtig tolle Nacht.

 

Am Sonntag den 14.11. gab es morgens eine Reflexion mit Jenaro Herrera, bevor diese sich wieder auf dem Heimweg machten. Nayely und ich blieben noch einen Tag länger, um abends noch eine Reflexion allein mit Requena zu machen. Aber am 15.11. traten auch wir den Rückweg nach Iquitos an.

 

In Iquitos kamen wir am 16.11. an und schliefen wieder bei Aquiles im Haus. Am 17.11. fuhren Nayely und ich nach Nauta. Hier gab es am Abend eine Sitzung zum im Februar stattfindenden Regionalseminar, das 2011 in Nauta ist. Daher müssen noch einige Vorbereitung, wie die Unterbringung und wen man alles einladet, getroffen. Das geschah an diesem Abend. Am nächsten Tag (18.11.) hatten wir bis abends frei. Und das war auch ganz gut so, denn an diesem Tag fing mein Magen an mich zu ärgern. Abends ging es wieder zu einer Sitzung, bei der wir das Seminar weiterplant und ich die CAJ und die Partnerschaft erklärte.

Am 19.11. fuhren Nayely und ich wieder nach Iquitos, vorher besuchten wir aber noch Lis, ebenfalls JOCista, die einen Monat zuvor ihr Baby, ein Mädchen bekommen hat. Dort trafen wir auch Herkules, der uns Fotos von der Geburtstagsfeier in Nauta gab. Herkules kenne ich ebenfalls aus 2007, er ist ein Alt-JOCista, der sich 2007 einfach um alles gekümmert hat. Ok vielleicht nicht alles, aber er hatte in Nauta zumindest überall seine Finger im Spiel. An dieser Stelle noch ganz ganz liebe Grüße von Herkules. Danach ging es wieder nach Iquitos und ich war richtig froh darüber, denn in Aquiles Haus habe ich mich dann endgültig geweigert etwas zu essen und verbrachte die halbe Nacht auf der Toilette.

 

Der 20.11. war der Abreise Tag, wir verabschiedeten uns von den Jungs in Iquitos und machten uns wieder auf den Heimweg nach Lima, wo ich dann versucht habe meinen Magen auszukurieren, da dies erfolglos blieb. Musste ich irgendwann zum Arzt, der dann eine Gastritis diagonstizierte. Aber ich hatte zum Glück keine Parasiten oder Bakterien aus der Selva mitgenommen. Davor haben mich schließlich alle gewarnt, da das Essen und Trinken in der Selva noch mal anders ist als an in Lima. Vermutlich habe ich mir den Magen in Requena verdorben, dort gab es keine andere Möglichkeit als an der Straße zu frühstücken. Naja aus Fehlern wird man klug und so esse ich das nächste Mal lieber Kekse, denn dass durfte ich dann anschließend in Lima machen. Aber bis auf meine Krankheit war der Aufenthalt richtig interessant und hat mir Spaß gemacht. Außerdem ist die Vegetation im Regenwald einfach wunderschön anzusehen. Etwas ganz anderes als der trockene Wüstensand und die künstlich angelegten Blumenbeete in Lima…

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Hallo Sabrina,

schön von dir so ausführlich zu hören - vielen Dank. Da bekomme ich ja Reisefieber!!! Wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deiner Arbeit.

Viele Grüße Volker

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