„El Perú en nuestras manos“

[img_assist|nid=299|title=Ica|desc=|link=popup|align=left|width=133|height=100]„Peru in unseren Händen!“, so hieß das Treffen, zu dem mich die Nationalleitung vergangenes Wochenende nach Ica eingeladen hat. Es ist ein Treffen politisch aktiver Jugendlicher jeglicher Facon: Parteien aus allen ecken aber auch zivilgesellschaftliche Organisationen. Ich wusste zwar nicht, was auf mich zukommen würde, aber der Titel hörte sich interessant an und so war ich sehr gespannt darauf, was mich erwarten würde.

Da die JOC Mitveranstalter dieses jährlichen Treffen ist, fuhren wir schon Freitag morgens um 7:00 Uhr los um vor Ort die letzten Vorbereitungen zu treffen. Um 12:00 Uhr kamen wir in Ica an, die Arbeit war schnell getan und so hatten wir abends noch Zeit, die größte Oase Amerikas zu besuchen, wie uns der Taxifahrer versicherte. Die Oase mit Namen Huacachina besteht, wie man sich [img_assist|nid=293|title=Rudern|desc=|link=popup|align=right|width=135|height=102]das so vorstellt aus einem kleinen See mit Palmen und anderen mehr oder weniger grünen Pflanzen am Rande, umgeben von riesenhaften Dünen, so weit das Auge reicht. Als Touristenattraktion gibt es natürlich vielfältige Freizeitangebote, von denen wir zwei ausprobierten. Wir mieteten uns ein Boot und ruderten vergnügt auf dem See herum und danach hatte Fanny die Idee, die Dünen als Piste zu nutzen, denn es gab Holzbretter in Form von Snowboards zu mieten...

Unter größter körperlicher Anstrengung schleppten wir uns hinauf, um dann eher purzelnd als fahrend wieder herunter zu kommen. Es war sehr lustig und Román, der mit dabei war, kommentierte diesen Spaß später so: „Wir quälen uns da hoch, brachen uns beim runterfahren fast die Knochen, haben jetzt alle ne Portion Sand gegessen und diese Frau knöpft uns für diese Misshandlung auch noch Geld ab.“


[img_assist|nid=295|title=Folgen des Bebens|desc=|link=popup|align=left|width=133|height=100]Am Samstag ging die Tagung los. Das erste Thema war auch der Grund, warum als Veranstaltungsort gerade die Stadt Ica ausgewählt worden war: Das Erdbeben mit Stärke 7.9, das sich am 15. August 2007 hier ereignet hatte und dessen Folgen noch bis jetzt spürbar sind. Verschiedene Redner stellten uns aus ihrer Sicht da, welche Entwicklung es seitdem in der Region Ica gegeben hat oder eben auch nicht. Ein Beispiel: Die Regionalregierung in Ica bekam von der Zentralregierung in Lima als Unterstützung 25 Millionen Soles zum Wiederaufbau. Für ein Treffen einiger wichtiger Menschen in Lima(APEC), das im November stattfinden wird, gibt die Regierung für Straßensanierungen gerade 100 Millionen aus (und verursacht damit ein riesiges Chaos ;).

Sehr früh am Sonntagmorgen ging es los in ein Gebiet, das vom Erdbeben besonders schwer betroffen war. Wir besuchten einige Frauen, die direkt[img_assist|nid=296|title=erzwungene Freilichtkirche|desc=|link=popup|align=right|width=144|height=108] nach dem Beben für die Betroffenen gekocht haben. Sie erzählten uns, wer sie unterstützt hat und wie sie darum gekämpft haben, etwas von den Lebensmittelhilfen ab zu bekommen. Danach führten sie uns in ihre „Wohnung“, die aus einem Zelt und ein paar Bastmatten besteht und dann durch das Viertel, in dem fast überall noch Zelte oder Bretterbuden stehen. Der Eindruck war ziemlich stark – man kann sich das gar nicht so richtig vorstellen, welche Auswirkungen so eine Katastrophe hat.


Das Hauptthema des Treffens, um das es fast den gesamten[img_assist|nid=297|title=Einige Teilnehmer|desc=|link=popup|align=left|width=131|height=98] Rest der Zeit ging, war das Problem der Demokratie innerhalb politischer Parteien. Die Situation im Moment ist in dieser Hinsicht wohl nicht sehr rosig und deshalb haben verschiedene Organisationen und Parteien einen Reformvorschlag erarbeitet, mit dem sie mehr Demokratie innerhalb der Parteien erreichen wollen um somit bessere Politiker zu haben, die wirklich die Menschen vertreten und sich nicht irgendwie eingekauft haben oder auf dubiosen wegen zu ihrem Amt gekommen sind.

Über dieses Reformvorschlag wurde in Gruppen debattiert, es gab Redner zum Thema und es wurden letztendlich in jeder Region Aktionspläne entworfen, die die Jugendlichen der Organisationen und Parteien dort gemeinsam umsetzen werden um den Vorschlag Publik zu machen und zu erreichen, dass er tatsächlich umgesetzt wird.


Da die über 100 Teilnehmer der Tagung aus fast allen Regionen Perus kamen, gab es Samstagabends eine sogenannte „Noche Cultural“(=Kulturelle Nacht). Bei [img_assist|nid=298|title=Selva|desc=|link=popup|align=left|width=124|height=163]einem solchen Fest bringen alle Gruppen einen Beitrag zum Programm mit, der möglichst auch noch aus der Region kommt. So brachte eine Region einen typischen Tanz in Trachten mit, eine andere ein Gericht, die Region Ica selbst stellte Pisco, ein Traubenschnaps, für den sie berühmt ist und eine Band bestehend aus Gitarre und Trommel, die Musik aus dem ganzen Land spielte.


Das gesamte Wochenende war für mich voll von Erfahrungen. Ich habe einiges über das politische System Perus und die verschiedenen Parteien und Organisationen, die es gibt gelernt, mich mit Leuten aus den verschiedensten Ecken des Landes unterhalten und dann auch noch eine sehr schöne Stadt gesehen, die kulturell über den Pisco hinaus einiges zu bieten hat. Ich hoffe, dass ich irgendwann noch einmal dorthin fahren kann um mehr Zeit für die Sehenswürdigkeiten der Gegend zu haben, es sind ja nur 4 Stunden. Das ist in peruanischen Maßen gemessen fast nebenan.

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Hallo Caro, wie ich sehe bist du gut in Peru angekommen und schon mitten in der Arbeit! Sehr gut! Möchte dir an dieser Stelle alles gute Wünschen und weiterhin viel Mut und Kraft für das Jahr in Peru! PS: Bei Pisco gebe ich dir noch einen Tipp: Nicht zu viel trinken der macht nämlich furchtbare Kopfschmezen!!!! UUUÄÄÄHHH Winken _________________________________________________________________

Ist mein Chef ein Künstler, wenn ich abends "Gezeichnet" von der Arbeit nach Hause komme?

Liebe Carolin, ein ganz toller Bericht über Dein Wochenende in Ica: sehr informativ, problemorientiert und mit Lösungsperspektiven. Man könnte Dich beneiden in dem, was Du alles erlebst. Alles Gute und lass Dich nicht unterkriegen. Herzliche Grüße - Joachim Pöschel

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