Die Selva

[img_assist|nid=346|title=Amazonas|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]Obwohl viele Leute in Deutschland mit Peru eher die Anden verbinden, ist ein großer Teil Perus Selva, was Regenwald bedeutet. In diesem Teil Perus entsteht der Amazonas, der sich dann quer durch Brasilien bis in den Atlantik schlängelt.

Leider ist es eher schwierig, in diese Gegend zu reisen, da es keine Strassenverbindung dorthin gibt und man also nur zwei Möglickeiten hat: Mit dem Bus so weit fahren, bis die Strasse aufhört und von dort aus mehrere Tage mit der [img_assist|nid=347|title=Lancha|desc=|link=popup|align=left|width=75|height=100]"Lancha"(Ein mehrstöckiges kleines Schiff, in dem man mit Hängematte reist und eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel der Selva) bis zum Ziel, oder mit dem Flugzeug etwa anderthalb Stunden bis Iquitos, einer Stadt am Ursprung des Amazonas. Und genau dahin durfte ich in den letzten beiden Wochen reisen um die Arbeit der einiger JOC Gruppen dort kennenzulernen.

Aus Zeitgründen und aus Gründen der Bequemlichkeit durfte ich per Flugzeug reisen und war so innerhalb kürzester Zeit in Iquitos, wo mich zuerst die Hitze erschlug und ich dann von den JOCistas dort freundlich empfangen wurde.

 

Am nächsten Tag ging es gleich weiter nach Requena, einer anderen Stadt, die weiter Fluss aufwärts am Río Ucayali (einer der beiden Flüsse, die kurz vor Iquitos den Amazonas bilden) liegt. [img_assist|nid=348|title=Zu Wasser|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]Da es dorthin keine Strasse gibt, bewältigte ich diese Reise zusammen mit meinen Begleitern Hideto, Mariana und Fanny per Lancha. Hideto besorgte vier Hängematten und um drei Uhr Nachmittags ging die 15stündige Reise los. Da wir erst eine halbe Stunde vor Abfahrt ankamen, erwischten wir ziemlich schlechte Schlaftplätze: Jeder von uns hatte an seiner Seite einen der Schornsteine der Lancha, die in der Nacht so heiss wurden, dass wir nicht mehr schlafen konnten und uns deshalb vornahmen, für die Rückreise früher zu kommen.

Obwohl es scheinbar sehr abgelegen ist, ist Requena eine ziemlich lebendige und entwickelte kleine Stadt, die mit einigen Grundschulen und mehreren weiterbildenden Schulen bis hin zu einer pädagogischen Hochschule ausgestattet ist.

Die Gruppe der JOC dort ist eine "Comunidad en iniciación", was bedeutet, dass sie noch nicht lange existiert und noch nicht als vollwertige "Base" ausgebildet ist. Wir blieben dort nur drei Tage und konnten so ausser den Treffen mit der Gruppe dort, dem Hauptplatz und einem kleinen Restaurant nicht viel von der Stadt sehen.

Auf der Rückreise hatten wir tatsächlich bessere Plätze: Wir hatten eine wunderbare Aussicht auf den Ucayali und später den Amazonas und keine Schornsteine an unserer Seite. Leider entdeckten wir mitten in der Nacht, dass direkt über unseren Köpfen eine kleine Population von Spinnen ihr Lager aufgeschlagen hatten, was unseren Schlafplatz dann doch weniger attraktiv erscheinen liess. Mit Besen und Schlappen halfen wir uns in unserer Notlage und konnten dann beruhigt schlafen.

 

Zurück in Iquitos ging die Reise gleich weiter nach Nauta, einer anderen kleinen Stadt am anderen Ursprungsfluss des Amazonas, dem Río Marañon. Dieses [img_assist|nid=349|title=Hausaffe|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=67]Stück der Reise konnten Fanny und ich per Taxi bewältigen, da von Iquitos nach Nauta die einzige Überlandstrasse der Region verläuft. Wir waren also innerhalb von zwei Stunden in Nauta und zogen im Haus des "Coodinadors", also des Vorsitzenden der JOC dort, Toni, ein. Von Sabrina und Stefan kannte ich seine Lebensbedingungen schon, aber trotzdem war ich etwas überfordert: Toni lebt alleine mit seiner Mutter in einem Haus, das für die Region üblich grösstenteils aus Holz besteht. In seinem Haus gibt es weder Dusche noch Toilette noch fliessendes Wasser. Eines dieser Probleme wird gelöst, indem man die Toilette seiner Schwester benutzt, die im Nachbarhaus wohnt. Der Rest ist für mich unverständlich, bzw. stimmt mich traurig, weil das eben die Realität vieler Meschen dort ist: Trinkwasser gibt es nicht. Das einzige Wasser, das man zum kochen benutzen kann, muss man für einen Sol(25 cent) pro 10 Liter kaufen und ins Haus tragen. Dieses Wasser ist aber auch nur gekocht geniessbar und hat mir und auch Fanny selbst dann noch Magenprobleme bereitet.

Die Gruppe der JOC dort ist eine "Comunidad militante", was bedeutet, dass sie [img_assist|nid=350|title=Arbeitsrecht|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=67]schon länger existiert und Aktionen durchführt, dass es dort einige "Militantes"(Im CAJ Deutsch = Aktivisten) gibt, die sich mit der Geschichte und allem rund um die JOC einigermassen auskennen und vor allem eine Verpflichtung gegenüber der Bewegung eingegangen sind, in ihrer Freizeit für die Ziele der JOC zu arbeiten und zu kämpfen.

Nach drei Tagen kehrten wir auch Nauta den Rücken zu und machten uns auf den Rückweg nach Iquitos, dieses mal allerdings um dort den Rest unserer Zeit in der Selva zu verbingen.

 

[img_assist|nid=352|title="Streichelzoo"|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=67]Wie schon gesagt ist Iquitos eine grössere Stadt im peruanischen Regenwald. Von dort aus starten auch viele Touristen ihre Erkundungstouren in den Urwald und so ist es dort nicht ungewöhnlich, eine Gringa(Weisse) wie mich zu sehen. Auch in der näheren Umgebung Iquitos gibt es viele Touristenattraktionen, wie zum Beispiel „Quistococha", einen [img_assist|nid=351|title=Flussdelfin|desc=|link=popup|align=left|width=67|height=100]Zoo, in dem man eine grosse Vielfalt der einheimischen Tiere und Pflanzen bewundern kann. Da wir in Iquitos etwas mehr Zeit hatten als in den anderen Städten, konnten wir fast einen ganzen Tag dort verbringen und in einer Lagune baden, die sich auch im Park befindet. Ausser Quistococha hatte ich dort noch die Möglichkeit, eine zweite Attraktion zu besuchen: Ein Restaurant mitten auf dem Amazonas. Trotz regnerischem Wetter machten wir uns an meinem Geburtstag dahin auf und genossen die wunderbare Aussicht auf den Sonnenuntergang im Amazonas!!!

[img_assist|nid=354|title=Rumococha|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=67]In Iquitos gibt es mehrere JOC-Gruppen: Die Gruppe in Iquitos selbst, die es schon lange gibt, die Gruppe in Rumococha, einem Vorort von Iquitos und die Gruppe im Mercado Central(Zentraler Markt), zwei Gruppen, die noch relativ kurz existieren.

Die Realität im Mercado Central ist eine nochmal schwierigere als die von Nauta. Familien, die dort arbeiten, wohnen praktisch auch dort. Unter Umständen haben [img_assist|nid=356|title=Kinder im Markt|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]sie zwar ein zu Hause, aber dort sind viele nur zur Schlafenszeit zu finden. Die Arbeit auf dem Markt beginnt schon früh morgens um 5 Uhr und endet erst Abends um 20 Uhr. Viele der Jugendlichen, die auf dem Markt arbeiten, gehen dann noch nicht nach Hause, weil sie dort mit bis zu 20 Familienmitgliedern in einem Raum leben, zu zweit, dritt oder viert in einem Bett schlafen und so keinerlei Privatsphäre haben. Nicht nur Erwachsene und Jugendliche die dort arbeiten, halten sich im [img_assist|nid=355|title=Junge Familie|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]Markt auf, auch ihre Kinder leben dort. Viele der Jugendlichen haben schon sehr früh eigene Kinder. Schon mit 14, 15 werden viele zum ersten Mal Mutter. Und ihre Kinder verbingen wiederum ihr ganzes Leben dort auf dem Markt. Es gibt zwar genug Essen, aber die Kinder werden oft krank, weil sie zum Beispiel Dinge essen, die auf dem Boden liegen und das nunmal oft Abfall ist.

[img_assist|nid=357|title=Reiseergebnis|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=67]Nachdem ich in diesen beiden Wochen in der Selva nun verschiedene Realitäten und Arbeitsweisen der JOC in dieser Region kennenlernen konnte, werde ich mich demnächst in den Norden des Landes aufmachen, wo das Leben ganz anders aussieht.

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