Kinder + Arbeit

[img_assist|nid=568|title=Demo|desc=|link=popup|align=left|width=131|height=99]Heute, am Tag des Arbeiters, dem 1. Mai, gingen wir als Christliche Arbeiterorganisation natürlich auf die Straße. Logisch, was auch sonst. Doch es war nicht einfach nur auf die Straße gehen, weil man das eben macht, das war richtig langfristig geplant und man hatte sich gut auf unseren großen Tag vorbereitet. Zusammen mit einigen anderen Organisationen, die großteils Organisationen arbeitender Kinder waren, traf sich Geisen (von der Nationalleitung)schon einige Monate vorher regelmäßig, [img_assist|nid=566|title=Zuhörer|desc=|link=popup|align=left|width=103|height=77]um ein Forum mit verschiedenen Rednern, eine Art Forderungskatalog und eine Demonstration auf die Beine zu stellen, die nicht neben den ganzen Gewerkschaftsaktionen untergehen sollte.
So machten wir uns also am 30. April auf zum Forum, das in einem der Räume des Kongresses stattfand und zu dem etwa 300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene erschienen waren. Drei Stunden lang redeten verschiedene Referenten über die Wirtschaftskrise, über [img_assist|nid=565|title=Die Redner|desc=|link=popup|align=left|width=66|height=84]die Kinderarbeit und über die Verantwortung jedes einzelnen und der Politiker um den Kindern eine würdige Arbeit zu ermöglichen. Das ist überhaupt ein wichtiger Punkt, den es zu erwähnen gibt. Den ein oder anderen mag es vielleicht schocken, dass sich Kinder für ihr Recht auf Arbeit einsetzen und dabei von Erwachsenen und Jugendlichen unterstützt werden, aber diese Kinder sehen es als einen Teil ihres Lebens und ihrer Rechte an, zu arbeiten. Für mich, als Kind das spielen und toben und Blödsinn machen durfte, wie es wollte und [img_assist|nid=574|title=Wasser|desc=|link=popup|align=left|width=69|height=91]keine Verantwortung hatte, ist das zwar ungewohnt, aber nicht unverständlich. Es ist Teil der Realität, dass Kinder ihren Eltern im Laden helfen und auch, dass so manches Kind alleine auf die Straße muss um etwas zu verkaufen. Doch die schlimmeren Bedingungen haben Kinder, die zum Beispiel in Minen arbeiten oder Ziegelsteine herstellen - und genau darauf wollen diese organisierten Kinder hinaus: Es ist in diesem Land nicht möglich, die Kinderarbeit einfach mal so zu verbieten; Die Familien sind darauf angewiesen. Aber jedes arbeitende Kind hat ein Recht darauf, mit einer würdigen und sicheren Arbeit seine Familie zu unterstützen![img_assist|nid=567|title=Plakate schreiben|desc=|link=popup|align=left|width=88|height=66]

Nach dem Forum trafen wir uns zum Vorbereiten unserer Plakate für den nächsten Tag, den ersten Mai. Da wir im Verhältnis zu all den Kindern eine sehr kleine Gruppe waren, verließen wir uns, was die Sprechchorgesänge anging ganz auf unsere Partner.

Und heute morgen um 9 ging es dann los. Man traf sich an der "Plaza Francia" [img_assist|nid=573|title=Polizei gegen Kinder?|desc=|link=popup|align=left|width=70|height=89]und marschierte eine Weile später los. Zuerst sollte es zum "Ministerium der Frau und der sozialen Entwicklung" gehen und danach zum Kongress der Republik. Dort wurden reden gehalten und die Kinder ruhten sich aus. Ganz dem Alter entsprechend gab die ein oder andere Gruppe eine Runde Eis aus. Beim Kongress ließ man uns leider nicht passieren und so marschierten wir zum Zielpunkt unserer Demonstration. Dort löste sich der Zug auf.
Auf dem Rückweg im Bus stieg dann ein Junge ein, der etwa in Erics Alter war. Er spielte auf einem kleinen Instrument aus Holz(dessen namen ich nicht kenne) [img_assist|nid=575|title=Musik machen|desc=|link=popup|align=left|width=89|height=67]und sang ein bekanntes Lied, danach bat er alle um eine "Colaboración". Ich gab ihm 50 centimos und fragte ihn, ob ich ihn fotografieren dürfe. Er lächelte.

Wenn ich mir überlege, dass da Kinder im Alter meiner Nichten und Neffen auf die Straße gehen um für ihre Rechte zu kämpfen, um sich von den Politikern Gehör zu verschaffen, dann bringt mich [img_assist|nid=570|title=Meinung sagen|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]das doch zum schmunzeln. Gibt es bei uns Kinder im Alter von 8, 9 Jahren, die sich  im Klaren über ihre finanzielle, politische oder gesellschaftliche Situation sind, die das Wort "Rechte" auch nur mal in den Mund genommen haben? Soweit ich weiß, kommt das erst in den weiterführenden Schulen. Ist das Gut oder Schlecht? Sollten Kinder nur spielen und nicht lernen an das zu denken, was um sie herum geschieht? Sollten Kinder arbeiten? Ab wann ist das helfen bei den Eltern im Laden oder der Werkstatt "Arbeit"? [img_assist|nid=569|title=Banner gegen Sonne|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]Werden sie dadurch psychisch oder körperlich beeinträchtigt? Hilft es Kindern vielleicht in ihrer Entwicklung, zu arbeiten? Wer hat die Schuld an Kinderarbeit? Eltern? Kinder? Staat? Gesellschaft? Ich? Wir? Wer hat meine Hose gemacht? Meine Schuhe? Jemand in Milenas Alter?

Es gibt noch viele andere Fragen, die ich mir Stelle, die wir uns stellen sollten, die wir vielleicht nicht beantworten können, weil wir einen sehr eingeschränkten Blickwinkel haben.

Ihr dürft gerne eure Meinungen zum Thema Kinderarbeit hier eintragen. Es würde mich sehr interessieren. Falls jemand mehr Informationen dazu möchte, kann er das auch gerne tun.

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Hallo Carolin, sehr interessant auch deine Fragen zum Thema "arbeitende Kinder". Ich kann keine definitiven Antworten darauf geben. Aber von dem, was ich in Schwellenländern wie beispielsweise Peru erfahren habe, oder auch was ich über das Thema gelesen habe (besonders seit das Thema "Kinder"bei mir ja aktuell ist), denke ich, dass Kinderarbeit ein unheimlich dehnbarer Begriff ist. Ich würde am ehesten mit der täglich mit der Arbeit verbrachten Zeit argumentieren. Mehr als xx Stunden = "Arbeit", nicht gleich "Helfen". Aber ob das so stimmt... Meiner Meinung nach ist die Kindheit dazu da, bestmöglich seine Fähigkeiten auszubilden (jeder nach seinem Geschick und Talenten), die man später dazu braucht, sich einen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen (und auch dies eben in bestmöglicher Weise). Es gibt genügend Untersuchungen darüber, dass das Spielen bei Kindern sehr, sehr wichtig ist. Nichts bereitet sie besser und für sie verträglicher auf "das Leben" vor. Oft sieht die Realität aber halt anders aus. Es ist schwierig, von einer Idealwelt auszugehen, wenn die Wirklichkeit einem keine Wahl lässt. Als aktive und verantwortungsbewusste Verbraucherin kannst du gezielt Einfluss auf die Wirtschaft nehmen. Wo öffentlich Protest geäußert und Druck gemacht wird, da verändert sich was. Dafür gibt's viele Beispiele (Rugmark-Siegel (Teppiche, die nicht in Kinderarbeit hergestellt wurden), H&M, Landliebe (die jetzt wohl auch gentechnikfrei sind) etc.).
Hallo Carolins, ich war letzte Woche auf dem Dia-Vortrag der zwei Deutschen, die in den letzten zwei Jahren durch Südamerika gereist sind. Sie haben Projekte der ter des hommes in Peru besucht und von einem Gespräch von Jugendvertretern mit dem Arbeitsminster berichtet. In diesem Gespräch müssen die Kinder und Jugendlichen verhindert haben, dass die Kinderarbeit gänzlich verboten wird. Sie haben wohl ihr Ziel erreicht, weil sie damit argumentiert haben, dass sie unbedingt zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Dieser Bericht und auch der von Caro hat meine bisherige Meinung über Kinderarbeit nicht verändert, aber trotzdem auch auf einen anderen Aspekt aufmerksam gemacht. Mein Ideal wäre, dass kein Kind auf dieser Erde für den Familienunterhalt aufkommen muss und damit keiner Arbeit nachgehen muss. Deshalb halte ich das aktive sich-einsetzen der Kinder für wichtig für gerechte Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Das Landliebe gentechnikfrei produziert glaub ich persönlich noch nicht.
wie schon in meinem artikel erwähnt: ich weiß nicht so recht, was ich denken soll. wenn ich mir überlege, dass ich meine kindheit als sehr glücklich bewerten kann(auch wenn ich Zimmeraufräumen immer gehasst habe) und ich mir nicht vorstellen kann wie es ist, anstatt zum spielen in den Wald zu gehen, zum arbeiten auf die Straße zu müssen, da ist es für mich einfach schwierig einzuschätzen, was die Arbeit für diese Kinder bedeutet. ich denke, dass die organisation dieser kinder sehr wichtig ist, denn eine würdige arbeit ist ein erster schritt zu einer glücklicheren kindheit. auf der anderen seite ist kinderarbeit für mich ein sehr weiter begriff, der negativ geprägt ist. wenn in deutschland 13-jährige zeitungen austeilen um ihr taschengeld aufzustocken, dann ist das schon kinderarbeit. wenn in peru ein kind nicht zur schule gehen kann, weil es zum beispiel kleine geschwister hat, die eben auch was essen müssen, dann ist das genauso kinderarbeit. wo ist da bitte der vergleichspunkt? als ich angefangen habe, zu putzen und zeitungen auszutragen, da haben meine eltern nicht gesagt: mach das nicht, du sollst lieber daheim bleiben oder dich mit deinen freunden treffen, nein sie hatten eher zweifel, dass ich diesen verpflichtungen nicht nachkommen würde, denn ich als deutsches kind, das immer spielen konnte, hatte dieses verantwortungsbewusstsein nicht, dass man hat, wenn man sich für eine arbeit verpflichtet.

Richtig. Und falls noch jemand interesse hat, einigen arbeitenden Kindern ein kleines Weihnachstgeschenk zu machen, der darf sich gerne bei mir melden. Letztes Jahr war ich dabei, als die Geschenke bei einer kleinen Feier überreicht wurden und die Kinder haben sich total gefreut, das war für sie ein echtes Highlight!

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