Malaria, Grippe, Soroche

Alles fing an wie die berüchtigte Höhenkrankeit Soroche, von der man als Flachlandbewohner wie ich sehr leicht betroffen wird. Kopfschmerzen, Übelkeit, Magenschmerzen.


Als ich vor fünf Tagen im Nabel der Welt (Cusco) ankam, war also nichts ungewöhnlich. Die Nationalleitung hatte mich eingeladen, sie in die Region Perus zu begleiten, die ich noch gar nicht kannte: Die Sierra - der Gebirgszug, der Peru von Norden nach Süden teilt - die Anden! Unser Ziel war Ayaviri, eine kleine Stadt auf 3900 Metern Höhe, in der Nähe von Puno und dem Titicacasee. Da wir aber Cusco passieren mussten um dorthin zu kommen, nutzten wir die Möglichkeit und machten dort für drei Tage halt um uns auch mit der JOC-Gruppe dort zu treffen, uns an die Höhe zu gewöhnen und uns die Stadt anzuschauen. Um die Frage gleich zu beantworten: Nein, ich habe weder Sacsayhuaman noch Macchu Picchu gesehn und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Geld. Ich finde es ja gut, dass Peruaner weniger zahlen als Ausländer, aber dass die Kosten allgemein so hoch sind, das finde ich unverschämt, zumal das ganze Gewerbe rund um Macchu Picchu(ist seit letztem Jahr "Weltwunder") nichtmal von Peruanern, sondern von Chilenen betrieben wird.     
Ein kleines Beispiel: die Fahrt mit dem Zug nach Macchu Picchu kostet für Peruaner 30 Soles(~10$) hin und zurück, was ein guter Preis ist. Für jemanden, der keinen peruanischen Personalausweis besitzt, kostet dieses Vergnügen knapp 100$, was ich mir ehrlich gesagt nicht leisten kann, weil dann ja auch noch der Eintritt zu Macchu Picchu dazukommt. Gut, man muss nicht Zug fahren, man kann auch anders dorthin gelangen: Mit kleinen Bussen oder zu Fuß, aber das ist auch nicht sehr günstig. Naja, ich meine ich bin ja auch nicht hier auf Urlaub und immerhin kann ich jetzt sagen, ich kenne Cusco, war auch schonmal dort, habe Sacsayhuaman von außen gesehen mitsamt den Wachposten und ja, ich hatte Probleme mit der Höhe.


Damit auch zurück zum Krankheitsbild: Ich war überzeugt davon, Soroche zu haben und nahm also Medikamente dagegen, trank täglich meine paar Tassen Cocatee und versuchte, nicht voiel zu laufen. Als wir nach drei Tagen dann allerdings die Fahrt von Cusco nach Ayaviri antraten und es mit dort schlechter ging, ich dazu auch noch sehr hohes Fieber bekam, machte ich mir langsam Sorgen. Die JOCistas aus Ayaviri waren überzeugt von einer Erkältung, doch ich war mir nicht so sicher und wollte meinen Hausarzt fragen. Da ich ja vor kurzem erst im Malariagebiet war und die Symptome die gleichen sind, wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen. dank meiner Mama und Herrn Dr. Boros-Kirschner bekam ich Sonntags eine Notfall-Ferndiagnose und machte mich so am Abend auf seinen Rat hin auf zur Notaufnahme des Krankenhauses. Nach etwa anderhalb Stunden(hierbei ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an ein Krankenhaus in Deutschland, in dem ich im letzten jahr gute fünf Stunden ohne erkennbaren Fortschritt in der Notaufnahme verbrachte um danach zu erfahren, dass nicht klar ist, was ich habe...) hatte ich die Ergebnisse von zwei Blutuntersuchungen, eine halbe Stunde Sauerstoffversorgung und Medikamente gegen eine Krankheit, die sich "Fiebre Tifoidal" nennt und scheinbar Typhus ist(ich bin im Moment etwas verwirrt, weil der Arzt gesagt hat dass es KEIN Typhus ist), hier aber als weniger tragisch angesehen wird und bei frühzeitiger Behandlung nicht gefährlich ist. Jetzt bin ich erstmal glücklich, dass der Test auf Malaria negativ ausgefallen ist und dass die Ärzte und sonstigen Mitarbeiter in diesem Krankenhaus sehr kompetent und schnell arbeiten.


Gestern waren wir dann noch im eine Stunde entfernten Juliaca, einer Stadt, die relativ grenznah liegt und in der man daher viele Produkte sehr günstig kaufen kann. Von Babywindeln über Autoradios bis zu Computern gibt es dort alles neu und günstig.
Heute noch kehren wir nach Cusco zurück und morgen früh geht unser Flug zurück nach Lima. 

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Hallo Caro! ich hoffe es geht dir mittlerweile besser, dein Eintrag hat mir sehr viel Angst gemacht! Bist du mittlerweile wieder in Lima und hast du dich nocheinmal untersuchen lassen? Auch wenn die Ärzte gesagt haben, dass es nichts Schlimmes ist, fand ich es doch komisch, dass du jetzt Typhus-Medikamente nehmen musst. Bitte sag, dass es dir besser geht!

Hi Andi.

Ich nehm normale Antibiotika - bzw.hab genommen. Heute morgen um 2 Uhr habe ich mir die letzte Tablette eingeworfen. Bis jetzt gehts mir gut. Ich denke mal, dass das so bleibt.

 

Liebe Grüße,

caro 

Hallo Caro, gut das es keinen Malaria war und ich hoffe das es sonst nichts ernstes war. Ich selbst bin in Cusco auch erstmal 1 Tag im Bett gelegen weil ich die Höhe nicht vertragen habe. Aber nach 1 Tag im Bett und 2-3 Kannen Cocatee war ich wieder hergestellt. Ach übrigens "Haarproben " darf man von dir jetzt nicht mehr nehmen!!!! Winken _____________________________________________________ Ist mein Chef ein Künstler, wenn ich abends "Gezeichnet" von der Arbeit nach Hause komme?

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