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Advent, Advent

[img_assist|nid=382|title=Sommer|desc=|link=popup|align=left|width=105|height=135]Wenn im November die Sonne scheint und man im Dezember mit 25 Grad schon langsam anfängt zu schwitzen, wenn in Lima tagtäglich die Sonne zu sehen ist und in den Kaufhäusern die Sommerkollektion im Schaufenster steht, wenn die Miniröcke rausgeholt werden und man im Haus alles in den Kühlschrank stellen muss, dann ist Weihnachten.

Es ist für mich immer noch etwas ungewohnt, dass die Tage nicht kürzer werden und dafür die Temperaturen steigen, aber da wir am Samstag schon in unseren mehrwöchigen Weihnachtsurlaub aufbrechen und ich schon ein paar Mal unterwegs war um Weihnachtseinkäufe zu machen, ist mir jetzt klar, dass hier Weihnachten ganz und gar anders ist als in meiner Heimat. [img_assist|nid=390|title=Christbaum|desc=|link=popup|align=left|width=88|height=127]
Es gibt zwar viele Bräuche, die hier auch ausgeübt werden, aber oftmals scheinen sie fehl am Platz oder kopiert. Zum Beispiel der Tannenbaum als Christbaum, der hier in keiner Gegend heimisch ist und deshalb in der Mehrzahl der Wohnungen aus Plastik ist, das wirkt einfach unecht. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht daran gewöhnt bin.
Aber mir erscheint dadurch das blinde kopieren von Stilen, Bräuchen oder Kulturen noch sinnloser als vorher. Bzw. das überstülpen, denn es sind ja nicht die Leute hier, die sich alles krallen, was in den USA oder Europa an Weihnachten so gemacht wird, es sind die Firmen aus dem Ausland, [img_assist|nid=384|title=Kugel|desc=|link=popup|align=left|width=139|height=95]die ihre Idee von Weihnachten in das Land tragen und verbreiten. Und das fällt ihnen sicher sehr leicht, denn sie sind die stärkste wirtschaftliche Kraft.

Aber abgesehen von den Dingen, die ich schon von zu Hause kannte, gibt es hier natürlich auch jede Menge Sachen, die für mich neu sind: Im Advent werden „Chocolatadas“ gemacht. Das ist eine Art Weihnachtsfeier, meistens für Kinder und oftmals von Organisationen oder Parteien, aber auch von Privatleuten organisiert. [img_assist|nid=388|title=Panetón|desc=|link=popup|align=left|width=154|height=116]Chocolatada heißt das ganze, weil es dort Tassenschokolade gibt, das ist sowas wie heiße Schokolade, mit Zimt und sehr lecker. Außerdem gibt es „Panetones“, ein Kuchen der entfernte Ähnlichkeit mit Christstollen hat – jedenfalls ein Kuchen, der speziell für Weihnachten hergestellt wird. Und – das Wichtigste – auf diesen Chocolatadas gibt es Geschenke.... Chocolatadas werden für Kinder gemacht, die aus finanziellen schlechter gestellten Familien kommen, [img_assist|nid=386|title=Jungs|desc=|link=popup|align=left|width=130|height=98]also größtensteils arme Kinder, es gibt aber auch für alle Kinder offene.
Die JOC Chiclayo hat gestern auch eine solche Chocolatada gemacht und zwar für die Kinder von der MANTHOC - einer Organisation arbeitender Kinder. Es kamen fast 50 Kinder und die JOCistas hatten vorher für jedes Kind einen Paten gesucht, der ihm dann ein Geschenk gekauft hat. Ich hatte natürlich auch ein Patenkind. Vorher bekam ich ein Bild von ihr geschickt und ihr Alter, [img_assist|nid=389|title=Chocolatada|desc=|link=popup|align=left|width=130|height=98]damit ich wusste, was das Geschenk etwa sein konnte. und auf der Chocolatada habe ich ihr dann ihr Geschenk überreicht. Sie heißt Gema und ist 9 und hat sich sehr gefreut - iwe eigentlich alle Kinder, die da waren. Die Paten haben sich größtenteils viel Mühe gegeben, etwas zu suchen, das passt. 
Ich finde das wirklich sehr schön, dass man an die Kinder denkt, deren Eltern nicht die Möglichkeit haben, ihnen zu Weihnachten ein Spielzeug zu schenken.

[img_assist|nid=387|title=Geschenk|desc=|link=popup|align=left|width=97|height=128]Wenn ich nach Weihnachten dann weiß, wie man hier während der Feiertage feiert, werde ich euch sicher davon berichten.


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