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Mein erster Wasserhahn

Nachdem ja im letzten Jahr mit einer vorübergehenden Holzkonstruktion das "Casa de la Victoria" der JOC einen zweiten Stock bekam, fällt jetzt wieder Arbeit an. In der zwischenzeit hat Lorenzo alle Wände gestrichen, Stühle und Tische und es sind wieder in allen Türen Scheiben, aller Müll ist draußen, sodass man das Haus schon ganz gut bewohnen und für Sitzungen oder Veranstaltungen benutzen kann.

Im Moment wohnt Franklin dort, ein 17 jähriger Jugendlicher, der eigentlich aus dem Norden kommt und hier in Lima seine "secundaria" (höhere Schule) in einer Abendschule beendet. Eigentlich würde er gerne arbeiten, aber für minderjährige gibt es entweder nur Jobs, die absolut ausbeuterisch sind oder solche, die nicht genügend zum leben abwerfen. Im Moment ist er noch am überlegen, sich mit einem kleinen "Handy-Auflade-Geschäft" selbstständig zu machen. Aber auch dafür müsste man eigentlich 18 sein. Er ist sozusagen der Hausmeister in der "Casa de la Victoria" und so sind wir relativ viel zusammen am werkeln und am Preise vergleichen. Das erste, was wir in den letzten Tagen zu machen hatten, war eine solche Hausmeistertätigkeit und ich bin sehr stolz auf uns:

Der Wasserhahn tropfte und beim Versuch, das Problem zu lösen, hatte ein Dritter das ganze Ding zerstört. Es blieb also keine andere Möglichkeit, als einen neuen Wasserhahn, Schlauch(oder ist das ein Rohr - irgendso ne Mischung) zu kaufen. Da die Nationalleitung wie immer vielbeschäftigt ist und Franklin kein Geld hat um das ganze vorzustrecken, erklärte ich mich bereit, das Ding in die Hand zu nehmen. Es kostete uns einen ganzen Tag! Und das lief so:

Nach einer Stunde Weg von mir bis in die Victoria, ga es erstmal Frühstück und dann ging es auch schon los: Wo ist das Problem? Ah ja, wir haben kein Material, kein Werkzeug und keine Ahnung! Aber man kann ja bekanntlich alles lernen und so ging es erstmal in den Eisenwarenhandel - zu Fuß, denn der ist nur knappe 10 minuten weg. Dort fragten wir den netten Verkäufer(die Chefin war nicht sehr nett), was wir denn brauchen, um einen Wasserhahn mit allem zubehör abzumontieren und einen neuen dranzuschrauben. Er erklärte uns alles und Verkaufte uns am Ende so eine "Schraubzange"(Amerikaner? Engländer?...?), mit der man jede Muttergröße lösen kann. Damit machten wir uns auf den Rückweg. Zurück dachten wir dann zuerst, wir würden das Ding nicht abmontieren können, denn es war verdammt schwer. Doch, Anfängerfehler - man sollte halt auch nicht in die falsche Richtung drehen...(an dieser Stelle sei zu erwähnen, dass mein Papa Dreher ist und ich eigentlich wissen sollte, wie rum eine Schraube aufgeht.) Nachdem wir das bemerkt hatten, ging das ganze auch viel flotter und wir liefen wieder zum Eisenwarenhandel. Und zweites Problem: er war geschlossen... Von meinen vorherigen Erfahrungen wusste ich, dass ein Stückchen weiter ein anderer ist, den wir dann auch aufsuchten und uns alle Teile kauften, die wir brauchten. Zurück ins Haus drangeschraubt. fertig! Wasser aufgedreht - es leckt. Sch...öne Bescherung. Also nochmal zum Eisenwarenhändler und uns ein anderes teil geben lassen. Nach viel Schweiß und noch mehr Fußweg klappte es dann letztendlich auch. Wir können stolz sein, unsere erste waschbeckengarnitur angeschraubt zu haben!

Der Tisch mit den zu langen Füßen folgt demnächst :)

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