Neujahr

Schon wieder sind einige Wochen vergangen. Aber ich war auch ständig unterwegs. Zunächst mit Philipp und Carolin auf Urlaubsreise, danach auf dem Seminar der Freiwilligen und auf       dem Regionalseminar im Süden des Landes und danach musste ich erstmal den im Büro liegenden Papierkram erledigen. Aber zunächst werde ich dort weiterschreiben, wo ich beim letzten Blog aufgehört habe, bei der Hochzeit von Fanny Pizarro.

Die Hochzeit fand am 29.12.2010 statt. Da ich zuvor bei Luz schlief, die ja Fannys Tante ist, durfte ich schon mittags mit auf standesamtliche Hochzeit. Ich muss noch kurz erwähnen, dass ich nicht so der Hochzeitstyp bin, was vielleicht auch daran liegt, dass meine Eltern geschieden sind. Und in Peru kommt noch der Faktor „Kitsch“ hinzu, was mir noch wenige gefällt. Die standesamtliche Hochzeit, verlief nicht viel anders als in Deutschland. Wir gingen zu nächsten in den Stadtteil San Borja zur Municipalidad (in etwa das deutsche Rathaus).Falls jemand wissen will wie viele Leute in ein Taxi passen, mein persönlicher Rekord liegt seit diesem Tag bei 12, wobei 4 Kinder dabei waren und der Kofferraum ausgenutzt wurde.

In der Municipalidad gab es die Standesbeamtin, das Brautpaar, 2 Trauzeugen (Luz und die Schwester des Bräutigam), ein Fotografin (Birgit), die Hochzeitsgesellschaft und ein Pianist, der fast jedes mir bekannte Schnulzenlied im Repertoire hatte (vom „Hochzeitsmarsch“ über die „Schicksalsmelodie“ bis hin zu „my heart will go on“). Die Zeremonie war in 20 Minuten abgeschlossen, Rede der Standesbeamtin, Unterschreiben der Papier durch Brautpaar und Trauzeugen, Ringe austauschen, fertig. Allerdings dauerte es noch mal 20 Minuten bis alle Fotos geschossen wurden. Danach ging es zum Bräutigam heim, bei dem wir zu Mittag aßen und uns ausruhten bis es abends zur kirchlichen Trauung ging.

Vor der kirchlichen Trauung möchte ich aber erst noch ein bisschen was über das Brautpaar erzählen: Fanny P. habe ich ja schon ein bisschen beschrieben, sie ist 21 Jahre alt, Luz Nichte, Birgits Patenkind und ging früher mit Caro sehr gerne in Diskos und Karaoke, außerdem hat sie eine Ausbildung zur Physiotherpeutin abgeschlossen, bei der Arbeit hat sie auch ihren Ehemann kennen gelernt, der sich Massage hat verschreiben lassen und zu ihr als Kunde kam. Alles weitere weiß ich nicht genau, zumindest ging es nun mal nach dem Motto: Verliebt, Verlobt, Verheiratet. Fannys Ehemann heißt übrigens Ricardo und ist Jahre alt und ja der Altersunterschied ist auch hier in Peru ungewöhnlich. Zudem hat er noch sehr wenige Haare auf dem Kopf. Wodurch sich Birgit den Satz nicht verkneifen konnte: „Naja sparst du wenigstens an Shampoo.“ Zudem gehört er zu den Baptisten, die hier in Peru weder Alkohol trinken, rauchen, tanzen oder sonst etwas in der Art machen, eben sehr sehr konservativ für meinen Fall. Daher war Fanny mit mir bis jetzt nicht in einer Disko, aber für alle die sie kennen, sie ist trotzdem noch so aufgedreht wie früher, nur das Feiern fehlt halt ein bisschen.

Genau das war auch das Besondere an der Hochzeit und die strikte Regeleinhaltungen. So ging die Hochzeit in Etappen voran. Das Brautpaar kam rein, dabei durften keine Fotos gemacht werden außer von den professionellen Fotografen (Birgit hat sich natürlich nicht daran gehalten). Danach kam die Hochzeitszeremonie (Predigt, Eheversprechen, Ringe tauschen), anschließend die Beglückwünschung (alle schön in einer Reihe und ebenfalls den Eltern Glückwünsche aussprechen) und Fotos machen, natürlich ebenfalls in einer gewissen Reihenfolge zunächst die Familie, Arbeitskollegen, Freunde und Sonstiges. Danach wurde der Brautstrauß geworfen, wobei mich Birgit und Luz zwangen mitzumachen, während sie nebendran standen (beide alleinerziehende Mütter, nicht verheiratet). Beim ersten Versuch flog der Brautstrauß an die Decke und danach auf den Boden. Und beim 2. Versuch leider mir mitten ins Gesicht, sodass ich in Fangen musste, denn zum Ducken war es zu spät. Aber Birgit und ich waren uns einig, da ich als Vertretung einiger Leute (JOC, Caro) auf die Hochzeit ging, zählt das nicht direkt und es war ja eh der 2. Versuch.

Danach ging es dann zum feiern über…Ach stimmt Baptisten feiern ja nicht. So wurde mit Limonade statt Sekt angestoßen, noch ein paar Häppchen rumgereicht, Torte verteilt, ein bisschen geredet und es ging wieder nach hause und die „Feier“ ihrem Ende zu.

Zwei Tage später war dann Silvester, hierzu war ich bei Bazans eingeladen und feierte mit Claudete, Antonela und ihrer Cousine Karina ins neue Jahr hinein. Eigentlich war es nichts besonders, ich habe mir extra noch Feuerwerkskörper besorgt. Aber zunächst von Anfang, ich war schon mittags zu Claudete gekommen, wir besorgten Knapperkram, Trinken und eben meine Feuerwerkskörper. Um 20 Uhr kam Karina, danach besorgten wir Pizza vom Pizzaservice, aber wer glaubt, die Pizza wird gleich gegessen, liegt falsch genau wie ich, denn auf das Essen durfte ich noch bis 23 Uhr warten und mein Magen knurrte, da ich mittags nicht viel gegessen hatte. Und dann eine Pizza auf dem Tisch stehen zu haben, aber noch 1 ½ Stunden warten, bis die Mädels (für was auch immer) sich schick gemacht haben, ist wirklich gemein. Claudete konnte meine Aufregung auch nicht verstehen, denn erst im Nachhinein sagte sie mir, dass es völlig normal ist, dass die Feierlichkeiten erst um 23 Uhr anfangen. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mir in Plaza Vea (Supermarkt) den Bauch vollgeschlagen. Naja danach ist man immer schlauer.

So aßen wir um 23 Uhr, danach schrieben wir alle schlechten Sachen auf Zettel und pflückten 12 Trauben, jede Traube steht für einen Monat, für den man sich was wünscht. Das verlief alles ziemlich hektisch, da wir beim Essen getrödelt haben und so nur noch 10 Minuten hatten für alles und die Sektgläser mussten ja auch noch gefüllt werden. Naja irgendwie hat es dann doch noch geklappt. Anschließend durfte ich noch meine Böller zünden, wobei die Mädels am Anfang ziemlich Angst davor hatten, dass irgendetwas Schlimmes passiert und zum Schluss hatten wir keine Böller mehr, weil jeder mal wollte. Und gefeiert haben wir dann noch bis um 3 oder 4, danach vielen wir einfach nur noch müde ins Bett. Und ich war im Jahr 2011. Die Tage darauf musste ich alles für meinen Besuch aus Deutschland vorbereiten: Carolin und Philipp, die mich bzw. auch andere Leute am 6. Januar für 4 Wochen besuchen kamen. Das aber im nächsten Blog.

PS: Vielen Dank noch mal für die Grüße von der DV und die Wallfahrts-CD. Birgit hat sie mir sicher und wohlbehalten überreicht. Hat mich wirklich sehr gefreut von euch mal wieder was zuhören und zu sehen.

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"Ricardo und ist Jahre alt" und wie alt ???

Lg Daniel

Upps,

da wollte wohl die Nummerntastatur mal wieder nicht. Er ist 40 Jahre alt, sorry.

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