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Gewalt erzeugt Gegengewalt

Einigen jungen Menschen wird Gewalt angetan, psychische und gesellschaftliche. Die Gegengewalt zeigt sich zum Teil in der nun diskutieren Kriminalität, verursacht durch junge Menschen. Diese Gewalt gilt es selbstverständlich zu verurteilen, jedoch müssen wir uns auch die Ursachen dafür anschauen. Diese junge Menschen sehen keine Perspektive und kein Ziel für sich und ihr Handeln. Sie sind von der gesellschaftlichen Teilhabe und einem gesellschaftlichen Status ausgeschlossen. Sie erhalten zu wenig Unterstützung von zu Hause oder in der Schule, die nötig wäre um einen (guten) Abschluss zu machen und anschließend eine Lehrstelle zu erhalten. Doch auch die Zahl der Lehrstellen reicht nicht aus. Viele SchülerInnen bewerben sich mehrfach über einen längeren Zeitraum und absolvieren berufsvorbereitende Maßnahmen, auch „Warteschleifen“ genannt.

„Du kannst nichts und aus dir wird nichts“, zitieren einige HauptschülerInnen ihre Lehrer. Das spricht eher für eine Überforderung der Lehrer als für eine zutreffende Einschätzung. Mehr Unterstützung wäre nötig, gerade HauptschülerInnen verfügen oft über mehrere Schwierigkeitsfaktoren wie Migrationshintergrund, stammen aus Familien mit geringem Unterstützungsmöglichkeiten oder verfügen über schwierige Bildungsbiografien (schlechte Noten, etc.). Jeder Mensch strebt nach Anerkennung und Akzeptanz. Manchen fehlt dieses und sie nehmen sich, was sie nicht bekommen. Dabei haben sie erwachsene Vorbilder, die Gelder veruntreuen, Mitarbeiter ausnutzen, leere Versprechungen machen, Umweltschäden in Kauf nehmen, schnellen Erfolg auf Kosten anderer suchen.

Die Christliche ArbeiterInnen Jugend (CAJ) Freiburg arbeitet viel mit HauptschülerInnen und konnte einige davon als Mitglieder gewinnen. Diese Mitglieder berichten davon, wie gut es ihnen tut, Verantwortung übertragen, Zu- und Vertrauen geschenkt zu bekommen und sich ausprobieren zu können.

Die aktuelle politische Diskussion ist sicherlich nicht förderlich, auch nicht als Vorbild für die Jugendlichen. Die Medien stürzen sich, zum Teil wenig reflektiert, auf das Thema und schüren die Diskussionen.

Eine Möglichkeit der irreführenden Diskussionen wäre, die Diskussionsführer mit wenig Fachwissen wie trotzende Kinder zu behandeln: darüber hinwegsehen, wenig Beachtung schenken, es wird schon vergehen.

Goran Topolic

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