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Cajamrca und das international Seminar

Sorry es hat doch mal wieder etwas länger gedauert bis ich zum Schreiben, dass kommt davon wenn man sich in Deutschland direkt wieder in den Alltagsstress stürzt. Dafür dauert jetzt wenigstens das Hochladen nicht so lange. Hier also der Bericht über den restlichen Intercambio.

Nachdem wir unsern Zwischenstopp in Chiclayo gemacht haben und unsere Koffer für das etwas kältere Cajamarca umgerüstet haben, ging es nun mit dem Bus zu eben diesem besagten Ort. Nach 7-stündiger Fahrt kamen wir mittags dort an und wurden wieder herzlichst begrüßt. Wir fuhren zu einer JOCista (Andrea) ins Haus, bei der wir zu Mittag aßen und danach zusammen mit unseren peruanischen Begleitern aus Bagua Grande auf zwei Familien aufgeteilt. Die Mädels blieben bei Andrea, die Jungs gingen zu Segundo. Da Bus fahren anstrengend war, gingen wir nachmittags noch in die berühmten „Baños del Inca“, dies sind Thermalbäder, die durch eine natürliche Quelle von ca. 70-80 °C angeheizt werden. Dort konnten wir uns ein bisschen entspannen, bevor wir abends das Programm vorgestellt bekommen haben und es natürlich noch eine kleine Begrüßungsfeier gab.

Am nächsten Tag, Sonntag 12.08., wurden die einzelnen Organisationen vorgestellt, so wie die Organisationen der arbeitenden Kinder MANTHOC und MICANTO, die in Cajamarca eng mit der JOC verbunden sind. Abends schauten wir einen Film über das „Herz von Conga“. Denn in dem Distrikt Cajamarca gibt es viele Minen und demnächst soll noch einen dazu kommen, Conga, für diese Mine  sollen jedoch 4 natürliche Bergsee trocken gelegt werden und durch künstliche Seen ersetzt werden. Dies gefällt der Bevölkerung nicht, da sie Angst haben, dass sie kein Wasser oder nur verunreinigtes Wasser haben und zu sehr in den Naturkreislauf eingegriffen wird, wodurch die ganze Flora und Fauna der Region zerstört werden könnte. Nun stehen sich die Gruppen der Umweltschützer und Minenbetreiber gegenüber, wobei die Minenbetreiber von der Regierung unterstützt werden, da die sich eine bessere Wirtschaft erhofft. Cajamarca hat schon immer mit solchen Problemen zu kämpfen gehabt, daher wurde diese Base auch für den Intercambio ausgewählt, da wir dieses Jahr eben den Umweltschutz zu einem unserer Hauptthemen machten. Der Sonntag war somit ein sehr informationsgeladener Tag.

 

Im Gegensatz dazu durften wir uns am Montag einen Überblick verschaffen wie wunderschön die Natur ist, denn wir machten einen Ausflug nach Yumagual. Zunächst fuhren wir mit dem Bus, aber die letzte Stunde sind wir gelaufen. Yumagual ist ebenfalls eine heiße Quelle, die aber nicht wie die Baños in der Stadt liegt und kommerzialisiert wurde, sondern Yumagual liegt hinter einem verlassen Haus. Dort fällt ein angenehm warmer Wasserfall in ein natürliches Becken herunter, das ungefähr bauchnabelhoch ist. Hier badeten wir ein bisschen und ließen die Natur auf uns einwirken.

 

Dienstags besuchten wir die Arbeitsstätten verschiedener JOCistas. Darunter waren der Markt, ein Krankenhaus, das MANTHOC-Haus, eine Taxizentrale und eine Metzgerei. Wie immer war es sehr spannend die Unterschiede aber auch die Parallelen der Arbeitsweise in Peru und in Deutschland zu entdecken. So erfuhr ich z. B. endlich wie ein Markt in Peru aufgebaut wurde und wo die Sachen abends wieder hinkamen. Dienstags abends feierten wir unsere Noche cultural bei der natürlich die typische Speisen Cajamarcas wie Manjar Blanco und Meerscheinchen nicht fehlen durften.

Mittwochs halfen wir in der MANTHOC und in MICANTO in dem wir mit den Kindern ein paar Spiele spielten. Und ich durfte ein paar deutsche Medikamente ins Spanische übersetzen, die eine Ärztin dort gelassen hat als sie wieder nach Deutschland flog. Dies hat mich sehr geprägt, denn ich weiß, dass die Ärztin es nur gut gemeint hat, aber viele der Medikamente waren abgelaufen bzw. es waren auch starke Schmerzmittel dabei, die bei falschem Gebrauch einfach mehr schaden können als das sie helfen und das müsste man doch als ausgebildete Ärztin wissen, daher fand ich es persönlich einfach nur unverantwortlich. Nachdem wir wieder zurückkamen schauten wir einen Film über den Quecksilberunfall in Choropampa (einem kleinen Dorf bei Cajamarca), bei dem fast alle Bewohner des Dorfes mit Quecksilber verseucht wurden, aber viel von der Regierung und den Minenbesitzern, die dafür verantwortlich waren, vertuscht wurden. Und es somit keine angemessene medizinische Versorgung und auch keine richtige Entschädigung gab.

Am Donnerstag gingen wir zu zwei Familien auf dem Land um Cajamarca herum, wobei die eine Gruppe auf dem Feld arbeitete und die andere sich eine Ausbildungsstätte für Schreinerei und Kunsthandwerk anschauten, die von der italienischen Kirchen gefördert wurde. Abends gingen wir mit 3 Std. Verspätung zum Haus von Andreas Onkel, das etwas abgelegen war, sodass wir ein Lagerfeuer machen konnten an dem wir die letzten Tage reflektierten.

 

Am Freitag ging es dann wieder Richtung Chiclayo, dort hatten wir dieses Mal nur einen kurzen Aufenthalt, bevor wir nachts wieder nach Lima zurückflogen. In Lima machten wir von Samstag auf Sonntag ein Zeltlager mit der JOC Lima, was im Vergleich zu den vorherigen Tagen ziemlich entspannend war. Am Montag machten wir eine Stadtführung bevor wir abends Andis Geburtstag feierten. Am Dienstag besuchten wir einen kleinen Sportplatz, der vor einigen Jahren von ein paar JOCistas und CAJlern privat injiziert wurde und nun renoviert werden soll. Danach besuchten wir ein MANTHOC-Haus in Lima in dem auch ein paar JOCistas der Ortsgruppe Lima arbeiten. Abends kam dann das traditionelle DL-NL-Gespräch mit der Erweiterung um Peruteam und Alianzateam.

 

Am Mittwoch ging es dann Koffer packen für das internationale Seminar von dem wir direkt an den Flughafen mussten. Auch auf dem internationalen Seminar war das Hauptthema der Umweltschutz und die Naturverbundenheit, so gab es einige Filmchen über die wir reflektierten und Biodanza, bei dem wir uns mit der Natur in Einklang bringen konnten. Daneben gab es noch eine Reflektion über den gesamten Intercambio und die Noche cultural. Bevor wir uns am Samstag endgültig auf den Weg nach Deutschland machen mussten.

Wer noch mehr von unseren Reiseeindrücken erfahren möchte, kann dies gerne tun. Am besten auf der DV in Bühl-Moos. Dort werden wir am Freitag, den 19.10. abends ebenfalls über unsere Erfahrungen berichten und einige Bilder zeigen.

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