Ceja de Selva

Nach meiner Rückkehr aus der Selva hatte ich 4 Tage Zeit, um meinen Rucksack auszuräumen, Wäsche zu waschen und meinen Rucksack wieder neu zu packen. Denn es ging in den Norden! das Ziel der Reise war es, eine wieder etwas andere Realität Perus kennenzulernen und die Arbeit der JOC in anderen Ortsgruppen zu sehen. Geisen von der Nationalleitung ist für den Norden zuständig und so begleitete ich ihn in die Basen Bagua Grande, Jaén und Chimbote, sowie eine kleine Gemeinde von Kaffeebauern in der Nähe von Bagua.


Da die Reise nach Bagua 18 Stunden dauert und ich auf dem Hinweg alleine war, bot die Schwester von Fanny mir an, in Chiclayo (Verkehrstechnisch das "Zentrum des Nordens") einen Zwischenstopp einzulegen, um ihre Familie kennenzulernen, etwas zu essen und mich auszuruhen. Also war das Ziel des ersten Buses, in den ich einstieg Chiclayo. Doch schon nach etwas mehr als einer Stunde, als wir noch nicht einmal aus Lima draußen waren, hielt der Bus an und es hieß: "Leider haben wir ein technisches Problem, dass wir überprüfen müssen". Eine halbe Stunde später hieß es: "Das Problem lässt sich hier nicht beheben, wir warten auf einen Ersatzbus". Also kam ich am nächsten Morgen mit etwa zweistündiger Verspätung in Chiclayo an. Damit aber nicht genug. Der erste Reiseabscnitt ließ mich nicht daran zweifeln, dass diese Region Perus mich nicht empfangen wollte: Der Bus, den ich von Chiclayo nach bagua nahm, ist der schnellste, der auf dieser Strecke unterwegs ist. Das ist natürlich sehr gut, wenn man es eilig hat, aber wenn man nur schlafen will, dann ist es eher unangenehm, sich ständig festhalten zu müssen um nicht vom Sitz zu fallen. Dass Bagua in diesem Bus nur ein Zwischenstopp ist, wurde mir schlagartig klar, als ich beinahe meinen Ausstieg verpasste. Der Bus hielt an und ich fragte seelenruhig die Frau im Sitz hinter mir, wo wir waren. Sie sagte mir ein Wort, dass sich ganz und garnicht nach Bagua anhörte, doch ich hatte ein schlechtes Gefühl und so fragte ich gerade in dem Moment, in dem der Bus seine Reise fortsetzen wollte. Diese antwortete mir: Bagua Grande. Knapp war das. So stieg ich also aus, holte mein Gepäck ab und stand dann um 2 Uhr nachts mitten auf der Straße in einer mir absolut unbekannten Stadt. Von Geisen war weit und breit nichts zu sehen. Als ich ih versuchte auf seinem handy anzurufen, musste ich feststellen, dass seine Nummer nicht stimmte. Was tun. Die einzige Person, von der ich wusste, dass sie Bagua kennt, war Fanny. Also rief ich sie an, in venezuela, denn dort war sie auf einer Veranstaltung. Eine viertel Stunde später kam Geisen in einem Mototaxi angedüst...Er hatte mit 6 Stunden fahrt gerechnet, dch der schnellste Bus der Strecke brauchte nur 5,5. Geisen nahm mich also mit in die Unterkunft. Dort zeigte er mir mein Bett und ich schlief erschöpft von den Turbulenzen der Reise ein. Eine halbe Stunde später fing es an zu regnen, was mich nicht weiter überraschte. Doch einige Minuten danach tropfte der Regen in mein Gesicht. Ich suchte ein Gefäß, legte meinen Kopf an eine andere Stelle und schlief weiter. Doch der regen war ziemlich stark und so lief das Gefäß nach kurzer Zeit über. Glücklicherweise war auch ein kleiner Junge, mit dem ich mir das Zimmer teilte aufgewacht und so wurde ich in ein anderes Zimmer verfrachtet und konnte um 4:30 endlich meinen Schlaf genießen.[img_assist|nid=358|title=Radio|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]

8 Stunden später ging die Reise weiter nach Jaen, wo ich anderthalb Tage die Arbeitsstätten der JOCistas besuchte, ihre Aktionen kennenlernte und interviews gab. Innerhalb eines Tages gab ich zwei Fernsehinterviews, eines im Radio und eines für die Zeitug. Danach war ich so erschöpft, dass ich nichts mehr von Spanisch wissen wollte. [img_assist|nid=359|title=Backend|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]Ich wollte möglichst ur noch schlafen und zwar an einem ruhigen, kühlen Ort.

Da ich auf der Südhalbkugel bin, heißt hier Norden nicht kälte, sondern mehr nähe zum Equator und wärmeres Klima. Bagua und Jaen sind "Ceja de Selva", was Braue des Regenwaldes heißt und bedeutet, dass es das Gebiet im Übergang zwischen Regewald [img_assist|nid=360|title=Landschaft|desc=|link=popup|align=right|width=100|height=75]und Anden ist und dass es dort auch ganzjährig ziemlich warm ist! Ich muss sagen, das mir diese Gegend sehr gut gafällt, weil es dort nur tagsüber warm ist und in der Nacht zumindest ein bisschen abkühlt, nicht wie in der Selva. Ein großer Unterschied bildet auch die Vegetation: In der Gegend ist zwar alles grün, aber es gibt kaum Bäume. Das meiste sind Sträucher und Gräser, außerdem wird dort Reis angebaut und in der Höhe Kaffee.[img_assist|nid=364|title=Reis setzen|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]

Nach Jaen(wo mir zum Abschiedsfrühstück auch Cuy (=Meerschweinchen) serviert wurde) kehrten wir für zwei Tage nach Bagua zurück und gingen dann für einen Tag nach Vistalegre, ein kleines Dorf von Kaffeebauern, in das man bei gutem Wetter fast mit dem "Combi"(Kleinbus) fahren kann, bei schlechtem Wetter muss man[img_assist|nid=361|title=Cuy|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75] allerdings laufen. Wir fuhren bis nach Pururco mit dem Combi, ließen unsere Sachen dort und machten uns dann zu Fuß auf weiter nach oben. Leider hatte es kurz vorher geregnet und so war der Weg ziemlich matschig. Nach anderthalb Stunden Fußmarsch kamen wir an, nahmen dort an einem Treffen von Jugendlichen einer Bauernorganisation teil und kehrte in der gleichen Nacht noch zurück um früh morgens um 7 mit dem Kombi wieder ins Tal zu fahren.[img_assist|nid=362|title=Fußweg|desc=|link=popup|align=right|width=75|height=100] Da Es aber die ganze Nahct regnete, sah es zunächst so aus, als ob der Bus garnicht fahren würde und wir machten uns auf einen sehr viel längeren Fußweg gefasst. Doch um 12:30 entschloss sich der Besitzer des Combis, es zu wagen und so ging die Fahrt los. Die Fahrt erinnerte mich stark an meine Erfarungen mit dem Sozialmobil der Stadt im Schnee und zwischendurch mussten wir auch mal anhalten um den ganzen Matsch zu entfernen, aber alles in allem ging die Fahrt doch gut ud so kamen wir wieder in Bagua an und machten uns Abends auf den Weg nach Chimbote, den letzetn Abschnitt der Reise.

[img_assist|nid=363|title=Hafen|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]Chimbote liegt an der Küste nur 6 Stunden von Lima entfernt(In Peruanischen Verhältnissen "um die Ecke") und ist dementsprechend sandig (Wüstengebiet) und durch einen Fluss sehr von Landwirtschaft und Fischereiwirtschaft geprägt. Die beiden Tage dort, verbrachten wir mit Treffen mit der JOC Gruppe und dem Besuch von den "Chacras"(Höfen) der JOCistas. [img_assist|nid=365|title=Carreta|desc=|link=popup|align=right|width=100|height=75]Auf mein Bitten hin, bewältigten wir den Weg aus der Stadt bis zur Chacra auch ein Mal mit einer Carreta, einem einachsigen Fuhrwerk, dass meistens mit Esel, aber auch mit Pferd angetrieben wird. Wir hatten den alngsamsten und stursten esel von allen und waren so über eine Stunde unterwegs und am Ende blieb der esel einige Meter vor der Chacra stehen und wir gingen zu Fuß weiter...

Nach zwei Tagen in Chimbote kehrten Geisen und ich nach Lima zurück um eine Veranstaltug der JOC vorzubereiten, die vom 13. - 17.11. stattfinden sollte.

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Hallo Carolin, spannende Lektüre!

Einerseits beneide ich dich ja um deine Erlebnisse. Die wirst du sicher noch deinen Enkeln erzählen.

 Andererseits hoffe ich, dass unser Peru-Urlaub über die Feiertage etwas... ruhiger sein wird. Winken

Liebe Grüße, Jochen

Du hast es wirklich geschafft, Cuy zu essen ;) . Sach ma, was macht man an Allerheiligen denn so in Peru? In Lima scheint da ja einiges los zu sein...

mmmm... ich war ja nicht in Lima an Allerheiligen und hatte leider auch keine Möglichkeit, mit den Leuten von Bagua auf den Friedhof zu gehen, weil ich an dem Tag auf reise war. habe aber mitgekriegt, dass alle leute auf den Friedof gehe und dass das wohl irgendwas mit Kerzen zu tun hat. ich werde mal nachfragen.

Zum Cuy muss ich sagen, dass das Fleisch eigentlich ganz gut schmeckt, es allerdings zwischen so vielen winzigen Knochen versteckt ist, dass es für mich nicht geeignet ist, weil ich nicht so gerne nage. Außerdem wird es im ganzen serviert, was mir etwas den Hunger verdorben hat.

@Jochen: Freu mich schon drauf, euch hier zu empfangen!!!

Ich hoffe, du isst im März trozdem nochmal mit mir, ich mag das auch mal probieren Aber mein Kuchen bei Jaqi sah viel besser aus :P Freut mich, dass du so viel rumkommst LG Sabrina

CUY!!! boah, wenn ich heute morgen schon gewusst hätte, wie stressig deine letzten Wochen waren hätte ich mich weniger über deine 4 Stunden Schlaf lustig gemacht (ach was, natürlich hätte ich) Das ist wirklich ein toller und spannender Bericht, er ließ mich richtig mitfiebern. Zum Glück ist das mit Bagua gut ausgegangen (Handys sind ja manchmal richtig toll), ich glaube nicht dass viele so eine Situation meistern könnten. Sehr schöne Fotos auch diesmal, was haben die dich denn beim Radio/Fernsehn alles gefragt? (und nochmal: CUY!!! Ich bereue immer noch, es nie probiert zu haben)

vile Grüße

Andi 

Was geht bei euch eigentlich grad so zum thema APEC bei euch? Wirken sich Gipfel und reaktionen stark auf limas alltagsleben aus?

naja, arg auswirken ist eigentlich untertrieben. die regierung hat feiertage ausgerufen um den öffentlichen nahverkehr weitegehend lahmzulegen und proteste so zu verhindern. auf mich persönlich wirkt sich das nur so aus, dass ich länger auf den bus warten muss und dass ich deshalb versuche, keine großen reisen zu unternehmen. auf viele wirkt es sich so aus, dass sie nicht arbeiten und diese zeit zum beispiel nutzen um ihre familien in den provinzen zu besuchen.

aber vom gipfel selbst kriege ich hier nix mit. im vorfeld waren ja große umbauaktionen auf allen hauptverkehrsstraßen angesagt, aber die sind ja jetzt(größtenteils) abgeschlossen und so sitze ich nur hier in der wohnung und tue das, was ich von hier aus tun kann...

hi du, deine berichte sind echt immer total spannend. einfach der hammer, was du so alles erlebst und mit was für situationen du konfrontiert wirst. ich hoffe du hast meine geburtstagswünsche erhalten. tu me manque. je t'embrasse! bisous, heli
So, hellchen, jetzt ist dein Eintrag auch veröffentlicht. das Problem ist, dass ich die nicht selbst veröffentlichen kann und es deshalb etwas dauert.

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