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Ein sehr merkwürdiger Tag

[img_assist|nid=591|title=Heiligenfigur|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=71]Heute war so ein Tag, an dem man fast glauben könnte, dass man in der "Trumanshow" ist, wo jede Begegnung im Voraus geplant wird und manchmal Dinge passieren, die fast kein Zufall sein können.

Mir ging es heute so, dass ich mehrere Begegnungen hintereinander hatte, die alle mit Glaubensansichten, Religion oder Kirche zu tun hatten:

Als ich heute morgen im Bus saß, lief eine Prozession über die Straße. Das ist hier nichts besonderes, das nur ein, zwei Mal im Jahr vorkommt, es ist ganz normal. Fast wöchentlich kommt bei uns am Haus eine solche Menschentraube vorbei, singend, mit jeder Menge Weihrauch [img_assist|nid=589|title=Weihrauch|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=98](nicht wie bei uns: 3 Kohle, drei Löffel, da wird richtig aufgelegt!!!) und mit einer Statue eines Heiligen, die äußerst reichlich verziert ist. Heute aber, trotz aller Alltäglichkeit, machte mich im Bus also eine mir vollkommen unbekannte Frau auf jene Prozession aufmerksam, an der wir vorbeifuhren. Ich schenkte der Begegnung nicht viel Beachtung und fuhr bis an mein Ziel.

Auf dem Rückweg stieg ich in die gleiche Buslinie ein und stieß mit einem Mann zusammen, der, so schien es mir zuerst, mit jemandem redete. Kurz darauf erkannte ich, dass er nicht mit irgend jemandem redete, sondern mit allen im Bus. Das ist hier auch nicht weiter verwunderlich, es steigen dauernd Leute in den Bus, die singen, etwas verkaufen oder betteln. [img_assist|nid=590|title=das räuchert ein!|desc=|link=popup|align=left|width=100|height=75]Doch dieser Mann wollte kein Geld, nein er predigte. Er erzählte von seinem Leben, einem, wie er es nannte, sündenbehafteten Leben, das sich auf einen Schlag veränderte, als er krank wurde und fast starb. Ich versuchte, seinen Worten zu folgen, aber er redete und redete die ganze Fahrt, also fast 50 Minuten, bis ihn alle Passagiere rausschmeißen wollten und ich dann auch ausstieg.

Da es schon Mittag war, suchte ich mir eines der typischen Mittagessen-Restaurants, setzte mich und bestellte mein Menü. Kurz darauf setzte sich eine ältere Frau zu mir, die wohl die Mutter der Besitzerin war und erzählte mir irgendwas, das ich nicht genau verstand, weil sie stark nuschelte. Ich verstand allerdings, dass sie über das Evangelium redete und über Religion und welche Religionen wohl keine Legitimierung hätten und was der wahre Glaube sei. Ich machte mich aus dem Staub, denn auf solche Diskussionen wollte ich mich nicht einlassen.

Gerade kam ich aus dem Restaurant, ging um die Ecke und da passierte mir das letzte. Ich kam an einem Stand vorbei, an dem religiöse Musik verkauft wurde. Das gab mir den Rest.

Es ist ja bekanntlich nicht so, dass ich mich nicht als religiös bezeichnen würde oder mich nicht für andere Religionen interessiere, aber nach einem solchen Tag frage ich mich doch, warum manche Leute denken, dass sie gerade mir etwas über ihren Glauben erzählen müssen. Scheinbar sah ich heute aus wie ein großes laufandes Ohr...

Es war ein merkwürdiger Tag.

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